****Achtung****

am 16.04.2017 Saisoneröffnung
von 10.00-18.00 Uhr
* alle Maschinen in Funktion
* Ostereiermalen
* Gegrilltes, Gekochtes, Gebackenes

Sagar

sorbisch Sagor – hinter dem Berge

Die hier ursprünglich slawische Bevölkerung bezeichnen wir heute als Sorben bzw. Wenden. Sagar zählte einst mit den umliegenden Dörfern zum Kirchspiel Muskau, das gleichzeitig auch ein eigenes Trachtengebiet darstellte.

Die sich seit Mitte des 19. Jh. in Muskau, Krauschwitz, Keula und Weißwasser ansiedelnde Industrie hatte die Einwanderung von Arbeitern aus Schlesien, Böhmen und anderen Gebieten zur Folge. Es entstand hier in der sonst ländlich geprägten Gegend eine Mischbevölkerung.

Die Muskauer Tracht gelangte schon in den 1920er Jahren, früher als in anderen Trachtengebieten, in die Truhe und wurde nur noch zu Festlichkeiten getragen.

 

Auch die sorbische Sprache ist mit dem Aussterben der alten Generation verschwunden und existiert nur noch auf Ortstafeln und als Flurbezeichnungen:

Lug – Sumpf 

Kupac – Erhöhung/Schwemmland

Wussina – Erlenstand

Hiesige Familiennamen verraten ihre slawischen Wurzeln:

Glowna – Haupt, Kopf (sozialer Stand)

Lehnigk  – Lehnsmann

Broda  – Bartträger

Sorbische Bräuche:

  • Zampern
  • Vogelhochzeit
  • Hexenfeuer
  • Ostereierbemalen

 

Geschichte der Mühle Sagar 

1366       Am 09.September 1366 bestätigt Herzog von Bolko 11. von Schweidnitz- Jauer als Pfandherr östlicher Teile der Oberlausitz, dass Johann von Penzig seiner Mutter Aluscha die Muskauer Pertinenzien Sagar, Braunsdorf, Skerbersdorf als Leibgedinge verschrieben habe. (Ersterwähnung von Sagar)             

1597      In "Der Landvogt von Callenberg" [Arnim 1934] werden die Dörfer aufgezählt, die zur Standesherrschaft Muskau gehörten, als Burggraf Wilhelm zu Dohna diese am 29. März 1597 für 95 600 Taler vom böhmischen Kaiser Rudolf II kaufte. Textpassage: "…das Dorf Sagar, mit der Muhle am Fluß liegende,…"     

von 1618 bis 1648 Das Sägewerk wurde, unter Graf Reinicke von Callenberg, nach dem 30 jährigen Krieg  gebaut und längere Zeit auch als Mühle benutzt. Die angestaute Kraft des Mühlgrabens reichte dazu aus.

1782       überlegten die Vertreter des Grafen Callenberg anläßlich einer Verpachtung, ob die Mühle  als "Mahlmühle" für die "Obermühle Keula" betrieben werden sollte. Dem Pächter sollten 3 Mahlsteine überlassen werden. Der am 11. Mai 1782 dann mit dem Pächter Christian Winzke aus Klein-Selten unterschriebe Vertrag enthält jedoch eindeutig den Begriff  "Bretmühle".*          

1829      Besagter Weise versuchte, die lästigen und kleinlichen Revisionen durch Beauftragte der Herrschaft einzuschränken und seinen Verfügungsbereich zu erweitern. Er erreichte einige günstigere Konditionen gegenüber dem Pachtvertrag von 1782. Der Teich wird dem Mühlengrundstück zugeschlagen, aber ohne die Uferbäume. Er erhält mehrere Feld- und Wiesenstücke hinzu und darf im Teich und dem Bach zur Neiße " fischen und krebsen ". Ferner kann er einen der 3 Gänge als Mahlmühle für Grütze, Graupen und Grieß umbauen.Vorbehaltlich der Zustimmung der Muskauer Bäckerinnung ist es ihm erlaubt, Brot zu backen und zu verkaufen.              

um 1834  Die Mehlmühle wird durch einen Brand zerstört.

um 1895  Einbau der noch heute laufenden Gattersäge der Fa. Gebrüder Lein aus Pirna.

1918        August Mückisch übernimmt das Sägewerk und führt dazu ein Baugeschäft.

1932        Neuer Antrieb durch eine 28 PS Wasserturbine.

1945        Sägewerk, Baugeschäft und Wohnung werden durch Brandstiftung zerstört.

1946        Enteignung durch Berichtigung der Grundbücher auf Grund des Volksentscheides vom 30. Juni 1946 und gemäß Befehl 76 der SMAD (Sowjetische Militäradministration Deutschlands), gemäß Ziff. 8 und 15 der Anlage C vom 23. April 1948 durch die Landesregierung Sachsen, Ministerium des Innern zum Schutze des Volkseigentums per 17. November 1949.            

1947        Wiederaufbau im Eigentum des Volkes , Rechtsträger Kommunalwirtschaftsunternehmen des Kreises Niesky, später Rat der Gemeinde Sagar, als kommunales Sägewerk und Gemeindeamt. Sanierung der Gattersäge in Pirna.                         

1996/97   Komplett neuer Wiederaufbau des einsturzgefährdeten Sägewerksgebäudes mit Sanierung der Gattersäge samt Hauptwelle und des Sägewerkskellers, verbunden mit einer Teilrekonstruktion des ehemals als Gemeindeamt genutzten Hauptgebäudes mit Ausstellungs- und Verwaltungsräumen für das Museum mit Fördermitteln des Amtes für Ländliche Neuordnung in Kamenz.                

Ansicht alt vor 1890, neu 2011